בכאו היהודית

 

Jewish Buchau

Jewish Buchau

 

1793 erlaubte die Reichsfürstin des freiweltlichen Stiftes Buchau zwölf jüdischen Familien, sich in Kappel niederzulassen. Die Familien bemühten sich schnell um eine eigene Synagoge. Schon 1802 wurde die Synagoge eingeweiht. Betreut wurde die Gemeinde durch den Rabbiner von Buchau.

1804 baute die Gemeinde ein einstöckiges Schulhaus neben der Synagoge. Der erste Religionslehrer war Elias Landauer aus Hohenems. Er war auch Vorsänger in der Synagoge.
1840 wurde ein zweites Stockwerk gebaut und eine Lehrerwohnung eingerichtet. Auch die Mikwe befand sich im Schulhaus.
Nachdem 1867 die Schule in Kappel aufgelöst wurde, besuchten die Kinder die Schule in Buchau.

Auch eine „Judenwirtschaft“ gab es in Kappel. Benedikt Bernheim baute 1845 an der Riedlingerstraße die Wirtschaft „Zur Traube“. Die Wirtschaft war ein beliebter Ort für Versammlungen und Veranstaltungen, weil es dort einen grossen Saal gab. Auch der „Leseverein“ traf sich hier. Im Leseverein kamen die Honorationen der Gemeinde zusammen, christliche und jüdische Bürger, um zu lesen und zu diskutieren.
1865 wurde in der „Traube“ eine Poststation eingerichtet.

Am 25.2.1873 wurde von Vertretern der Gemeinden Kappel und Buchau die Vereinigung beider Gemeinden beschlossen. Am 10.5.1873 wurde der letzte Gottesdienst in der Synagoge in Kappel gefeiert. Rabbiner Elkan Weimann feierte den Schlussgottesdienst mit einer bewegenden Abschiedspredigt. Als biblischen Text wählte er 5. Moses 28,6:

„Gesegnet seist Du bei Deinem Kommen, gesegnet bei Deinem Gehen.“

Am 6. März 1882 wurde die Synagoge abgetragen, nachdem sie zuvor der noch jungen evangelischen Gemeinde in Buchau zum Kauf angeboten worden war.

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